Dr. Michael Bloch

Bergwinkel News

Geld fehlt für Investionen und höhere Löhne / KN v. 08.10.2016

F.C. NÜDLING-CHEF fordert gerechtere Verteilung der EEG-Kosten

Jedes Unternehmen in der Region ist von den steigenden Energiekosten betroffen – auch die Firma Franz Carl Nüdling, die mit 400 Mitarbeitern Baustoffe aus Natursteinen und Beton herstellt. Unternehmer Peter Nüdling (60) sieht den Anstieg mit Sorge.Die EEG könnte auf zehn Cent pro Kilowattstunde steigen. Was heißt das für FCN?
Wir sind nicht in unserer Existenz bedroht. Aber klar ist: Das Geld, das wir für die EEG-Umlage ausgeben, steht für Investitionen oder Lohnerhöhungen nicht zur Verfügung. Wir stehen unter starkem Kostendruck. Für unsere Produktion benötigen wir sehr viel Strom: 2015 fast neun Millionen Kilowattstunden, das entspricht dem Verbrauch von 2500 Haushalten. 2016 zahlen wir dennoch die volle EEG-Umlage. Würden diese Kosten, wie von der Politik oft versprochen, auf Sicht wieder sinken, könnte man das ein paar Jahre lang akzeptieren. Aber die Aussicht, dass die Belastungen auch in den kommenden zehn Jahren immer weiter steigen, ist ein Nackenschlag.
Was ist zu tun?
Das neue EEG und das För-derende alter Anlagen ab 2020 können den kräftigen Kostenschub der nächsten Jahre bestenfalls verlangsamen, nicht stoppen. Derzeit zahlen die Stromverbraucher schon jedes Jahr über 23 Milliarden Euro an die Betreiber von Ökostromanlagen. Diese Dauersubvention darf nicht, wie prognostiziert, auf 33 Milliarden Euro im Jahr ansteigen. Die Politik sagt immer, die Energiewende sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dann sollten die Parteien zur Bundestagswahl ein Konzept vorlegen, wie die Kosten der Energiewende fairer verteilt werden. Hier geht es ja nicht nur um die EEG-Umlage,
Welche Kosten drücken die Firma FCN noch?
Die Kosten für die Stromnetze. Wenn der Suedlink als Erdkabel gebaut wird, steigen die Kosten von drei auf zehn Milliarden Euro. Hinzu kommt eine Kostenexplosion bei Netzstabilisierungsmaßnahmen. Vor allen Dingen deshalb hat Tennet die Übertragungsnetzentgelte gerade erst um 80 Prozent angehoben. Bei der Diskussion um die Energiewende muss immer klar sein: je höher die Gesamtkosten steigen, desto mehr Unternehmen sind auf Entlastungen angewiesen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.vn

Dienstag, 20. September 2016

Rhein-Main-Zeitung

Klares Votum gegen Windräder
 
Nach der Entscheidung von Neu-Anspach: Derzeit keine weiteren Bürgerbegehren

 F.A.Z. RHEIN-MAIN. Im rheinhessischen Wörrstadt wartet die Juwi AG noch auf die schriftliche Kündigung aus dem 60 Kilometer entfernten Neu-Anspach. Dass eine Mehrheit der Bürger in dem Hochtaunus-Städtchen am Sonntag den Gestattungsvertrag für den Bau von Windrädern abgelehnt hat, ist auch bis zum betroffenen Unternehmen vorgedrungen. „In gebotener Ruhe“ will der Projektentwickler jetzt analysieren, wie man mit dem Standort weiter verfahre, teilte er gestern mit.

Juwi hatte zunächst fünf Windräder auf den bewaldeten Bergrücken zwischen Neu-Anspach und Schmitten geplant, dann aber zwei Anträge zurückgezogen. Doch auch die Flächen für die verbliebenen drei Windkraftanlagen wird die Stadt Neu-Anspach nicht zur Verfügung stellen und den 2013 geschlossenen Vertrag lösen. Das ist ohne Vertragsstrafe möglich, weil die Windräder nicht innerhalb der festgehaltenen Frist von drei Jahren genehmigt worden sind.

Der Bürgerentscheid in Neu-Anspach ist von Windkraftgegnern in der ganzen Rhein-Main-Region aufmerksam verfolgt worden. Im Regierungsbezirk Darmstadt laufen derzeit 28 Genehmigungsverfahren für insgesamt 139 Windkraftanlagen. Derzeit liefen keine Bürgerbegehren in Südhessen, weder für noch gegen Windräder, teilte die Genehmigungsbehörde gestern mit.

Doch Bürgerbegehren sind nur dann möglich, wenn die Windräder auf Grundstücken der jeweiligen Gemeinde entstehen sollen. Pachten die Betreiber dagegen private Grundstücke, ist nur eine Klage vor Gericht möglich. Denn über die Genehmigung der Windkraftanlagen entscheidet ausschließlich das Darmstädter Regierungspräsidium.

In den vergangenen Jahren hat es im Rheingau-Taunus-Kreis schon zwei Bürgerentscheide gegeben. In Oestrich-Winkel wurde ein Projekt auf diese Weise verhindert. Und in Eltville verfehlten die Gegner eines Windkraftprojekts zwar das nötige Quorum, doch die Politik schloss sich dem mehrheitlichen Bürgervotum an und lehnte den Bau ab.

Derzeit wird der Kampf gegen Windräder zumeist juristisch geführt, mit wechselndem Erfolg. So hat das Verwaltungsgericht Darmstadt jetzt erlaubt, vier Anlagen auf dem Greiner Eck zwischen Hirschhorn und Neckarsteinach im Kreis Bergstraße weiterzubauen, gegen die eine Privatperson geklagt hatte. Kritiker hatten sich nicht nur wegen des Natur-, sondern auch wegen des Denkmalschutzes Sorgen gemacht. Sie befürchteten, die riesigen Rotoren mit einem Durchmesser von 116 Metern könnten das denkmalgeschützte Hirschhorner Ortsbild von Altstadt und Schloss beeinträchtigen. Doch die Richter wiesen in der vergangenen Woche im Eilverfahren den Antrag eines Anwohners ab. Nach Überzeugung der Richter wird die Ansicht von Altstadt und Schloss nicht so stark verschandelt, dass dies eine erhebliche Beeinträchtigung darstellen würde, so die Entscheidung im vorläufigen Rechtsschutz. Auch wegen der Lärmbelästigung und der Gefahr für seltene Tiere könne kein Baustopp angeordnet werden.

Auch in Seligenstadt im Kreis Offenbach formiert sich Widerstand. Im Stadtwald hätte vor Jahren eine 213 Hektar große Fläche im Regionalplan als Vorrangfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen werden sollen. Wegen zu geringer Windgeschwindigkeit fiel sie später wieder heraus. Derzeit erarbeiten der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main und das Regierungspräsidium Darmstadt einen „Sachlichen Teilplan Erneuerbare Energien“. Bürgermeister Daniell Bastian (FDP) hat gehört, dass die Fläche darin wiederaufgenommen werden solle. Eine offizielle Vorlage habe man noch nicht erhalten. In Seligenstadt stoße das Projekt weiterhin auf breite Ablehnung: „Ich kann nicht erkennen, dass sich die politische Einschätzung geändert hätte.“

Besonders umstritten ist der Plan des Wiesbadener Energieversorgungsunternehmens Eswe, auf dem Taunuskamm zehn Windräder zu installieren. Nicht nur eine Bürgerinitiative, sondern auch Behörden in Stadt und Land sprechen sich gegen eine Genehmigung des Projekts aus. Das Regierungspräsidium hat seine Entscheidung gerade erst zum zweiten Mal um drei Monate aufgeschoben.

Ebenfalls Streit gibt es um einen Windpark, der bei Lorch in der Randzone des Unesco-Welterbes Oberes Mittelrheintal entstehen soll; die Stadt will hier Flächen an den Versorger ENBW verpachten. Laut Wirtschaftsministerium wird es jedoch ohne vorherige Anhörung und Stellungnahme der Unesco keine Genehmigung geben. Proteste gab es im Rheingau-Taunus-Kreis auch gegen geplante Windräder bei Geisenheim-Stephanshausen.

In Neu-Anspach herrschte gestern Erleichterung, dass das Votum der Bürger klar ausgefallen ist. Die Gegner der Windkraftanlagen haben sich mit 62 Prozent durchgesetzt. Weil zugleich das Quorum von 25 Prozent der Wahlberechtigten erreicht worden ist, mochte Stadtverordnetenvorsteher Holger Bellino (CDU) nicht von einer Niederlage sprechen, obwohl er zu den alten Windrad-Beschlüssen stand. „Andernfalls wäre der Streit in der Gesellschaft weitergegangen.“

In Neu-Anspach standen SPD und Grüne ebenso zur Windkraftnutzung wie die Linke und die Freien Wähler. „Jetzt fehlen uns die Pachteinnahmen“, sagte die Fraktionsvorsitzende von FWG/UBN, Karin Birk-Lemper. „Schade, ich hätte mich gerne am Kampf gegen den Klimawandel beteiligt.“ Die Stimmung sei gekippt, als am Langhals der Windmessmast aufgestellt worden sei. Vor allem die Bewohner der Siedlung Hegewiese in Schmitten hätten auf die Windräder schauen müssen.

Der Protest gegen die Anlagen hat die politische Landschaft im Hintertaunus verändert. Als Bürgerliste B-Now sind die Gegner bei der Kommunalwahl in die Gremien von Neu-Anspach und Schmitten eingezogen. Der Entwickler Abo Wind hat die Pläne für ein Windrad auf dem Pferdskopf im Schmittener Ortsteil Treisberg schon im Juni aufgegeben. „Das Vertrauen in die etablierte Politik hat gelitten“, sagte der Neu-Anspacher Fraktionsvorsitzende der B-Now, Bernd Töpperwien.

Der Streit um die Windkraft ist zwar beigelegt, seine Nachwirkungen dürften aber bis zur Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr reichen. Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) will wieder antreten und ärgert sich, dass er für die Windradpläne persönlich verantwortlich gemacht worden sei: „Wir als Magistrat hatten einen Auftrag der Stadtverordneten.“ Das letzte Wort über die Zulässigkeit habe wiederum das Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde.


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Samstag, 17. September 2016

RM-HessenWindräder: Beratung von Oktober an

Regierungspräsidium klärt Befangenheitsregelung

mch. RHEIN-MAIN. Drei Monate ist es her, dass das Darmstädter Regierungspräsidium die Beratungen über die geplanten Standorte für Windräder in Südhessen wegen einer weitreichenden Interpretation der Befangenheitsregelung für Regionalpolitiker hat platzen lassen. Nun soll alles wieder so gehandhabt werden wie all die Jahre zuvor. Das hat gestern die Darmstädter Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (Die Grünen) im Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung mitgeteilt. Die südhessischen Regionalpolitiker nehmen die Beratungen für die „Windvorranggebiete“ jedoch nicht sofort wieder auf. CDU und SPD setzten durch, dass über die Standorte für Windkraftanlagen erst die neue Regionalversammlung beraten soll, deren konstituierende Sitzung für den 14. Oktober geplant ist.

Wie das Regierungspräsidium die Befangenheitsregelung künftig handhaben will, war den Mitgliedern der Regionalversammlung Südhessen im August per Post in Form eines Informationsblatts mitgeteilt worden. Dort heißt es, dass die Regelung dieses Mal mit dem Wirtschafts- und Innenministerium sowie allen drei Regierungspräsidien in Nord-, Mittel- und Südhessen abgestimmt sei. Danach gilt derjenige Regionalpolitiker bei Beratungen und in der Abstimmung als befangen, der selbst oder dessen Familienmitglieder ein Grundstück im Windvorranggebiet haben. Ausgeschlossen ist allerdings auch derjenige, dessen Grundstück auf einer Fläche liegt, die bisher als Standort für einen Windpark vorgesehen war, aufgrund der Einwände und Stellungnahmen von Bürgern und Verbänden jedoch nicht mehr im Plan enthalten ist. Die gesamte Handhabung stützt sich auf den Paragraphen 25 der Hessischen Gemeindeordnung.

Im Juni hatte das Regierungspräsidium Darmstadt dagegen die Auffassung vertreten, dass jeder Politiker, der irgendwo in Südhessen ein Grundstück im sogenannten Außenbereich, also jenseits der Bebauung und damit außerhalb von Städten und Gemeinde besitzt, als befangen gelten muss. Im Fall der Regionalversammlung Südhessen hätte das dazu geführt, dass kaum noch ein Politiker bei der Beratung hätte anwesend sein können. Es war kurzzeitig sogar in Betracht gezogen worden, ob nicht auch jeder Bürgermeister und Landrat, dessen Stadt oder Kreis Grundstücke im Außenbereich besitzt, im Widerstreit der Interessen gestanden hätte. Von allen diesen Überlegungen ist nun keine Rede mehr.

Dass die Fraktionen von CDU und SPD gestern darauf gedrungen haben, dennoch mit der Beratung erst Mitte Oktober fortzufahren, hat nach Angaben von Bernd Röttger (CDU) damit zu tun, dass sich die künftige Regionalversammlung völlig anders zusammensetzen wird. Die Hälfte der Politiker sei neu in dem Gremium.

Und es gebe zudem noch Schwierigkeiten mit der Mops- und der Großen Bartfledermaus. Denn im Juni war auch bekanntgeworden, dass das Umweltministerium statt bisher einen 5000-Meter-Abstand nun nur noch einen 1000-Meter-Abstand zu den „Wochenstubenquartieren“ der Fledermäuse fordert. Daraufhin hätten nahezu alle Unterlagen - die Rede ist von zwölf Aktenordnern - überarbeitet werden müssen. Die Änderungen lägen aber noch nicht vor.

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Die ersten Genossen rudern zurück.
Versprochene 9% Rendite können nicht gezahlt werden


http://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Anhaltende-Flaute-zwingt-Genossenschaft-zum-Handeln-id39077217.html?view=print


Besser Energie einsparen als Windräder bauen
Naturschützer Harry Neumann zum Thema Windkraft und dem Vorhaben in Breitenbach Harry Neumann hat den BUND aus Protest wegen dessen Haltung zur Windkraft verlassen. Mittlerweile ist er Bundes- und Landesvorsitzender Hessen des Vereins Naturschutzinitiative und vertritt auch hier eine dezidiert kritische Meinung zur Windkraftnutzung, die er im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert.
neumann_interview.pdf (70.26KB)
Besser Energie einsparen als Windräder bauen
Naturschützer Harry Neumann zum Thema Windkraft und dem Vorhaben in Breitenbach Harry Neumann hat den BUND aus Protest wegen dessen Haltung zur Windkraft verlassen. Mittlerweile ist er Bundes- und Landesvorsitzender Hessen des Vereins Naturschutzinitiative und vertritt auch hier eine dezidiert kritische Meinung zur Windkraftnutzung, die er im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert.
neumann_interview.pdf (70.26KB)



Insgesamt 120 Einwendungen gegen Windpark bei RP Darmstadt


DARMSTADT Bis zum Ende der Annahmefrist Ende August sind 120 Einwendungen gegen den geplanten Windpark Breitenbach bei der Genehmigungsbehörde eingegangen.
Dies teilt Christoph Süß von der Pressestelle des Regioerungspräsidiums (RP) Darmstadt auf Anfrage unserer Zeitung mit. Bei 40 der 120 Schreiben habe es sich um Einzeleinwendungen gehandelt.
Hauptsächlich würden sich die Widersprüche gegen eine mögliche, weitere „Verschandelung“ des Landschaftsbildes, Lärmbelästigung, Infraschall, Einschränkungen des Naturschutzes (Rotmilan, Schwarzstorch, Fledermäuse) und einen möglichen Verlust bei Immobilienwerten richten, sagte Christoph Süß.
Die Einwendungen werden am Mittwoch, 5. Oktober, ab 10 Uhr während eines öffentlichen Termins in der Stadthalle Schlüchtern erörtert. Eine gesonderte Einladung dazu an die Urheber der Einwendungen ergeht nicht mehr. Darauf weist das RP hin.

ag KN v.09.09.2016

Am deutschen Wesen mag die Welt genesen (E. Geibel)

 

Bürger sollen Recht auf kostenlose Lärmmessung nutzen (KN v. 22.08.2016)

IG „Windkraft im Sinntal so nicht“ äußert sich zu Folgen des Windparks Buchonia

Nach der Inbetriebnahme des Windindustrieparks Buchonia auf der Breiten First zwischen Sinntal und Schlüchtern mit seinen neun 200 Meter hohen Windkraftanlagen fallen laut Bürgerinitiative „IG Windkraft im Sinntal so nicht – Zum Schutz von Mensch und Natur“ die Lärmbelästigungen für die Anwohner sehr unterschiedlich aus.Je nach Witterungsbedingungen wie Windstärke, -richtung, Luftfeuchtigkeit und natürlich Lage und Entfernung der Wohnbebauung zu den Windkraftanlagen verursachten diese laut Angaben verschiedener Anwohner störenden Lärm, insbesondere problematisch zur Nachtzeit. Der ein oder andere Mitbürger habe bereits über eine Verlegung des Schlafzimmerbereiches nachgedacht. Die Immissionsprognosen der Betreiber und der Genehmigungsbehörden hätten laut IG erfahrungsgemäß oftmals Mängel, weichen aufgrund einer vagen Prognoseberechnung des Betreibers wie befürchtet von der dann vorliegenden Realität ab.
Im Genehmigungsverfahren seien unter Ziffer 6 zum Thema Schallschutz zulässige Immissionsrichtwertanteile insbesondere zur Nachtzeit festgestellt worden. Diese enthielten an beispielhaft genannten Immissionsorten strittige Werte wie in Sterbfritz (Erbachstraße, Grundacker, Zum langen Berg, Seemeweg), Ramholz (Ullrich-von-Hutten-Straße, Parkstraße), Vollmerz (Hinkelhof, Ramholzer Straße), Gundhelm (Haubergstraße, Rhönhof) und Weichersbach (Schuldwaldstraße, Geisberg).
Auch die IG habe mittels eines eigens dafür beschafften Messgerätes vielfach Lärmmessungen an verschiedenen Örtlichkeiten durchgeführt und Überschreitungen der Richtwerte festgestellt, teilt diese nun mit. Innerhalb von zwölf Monaten nach Inbetriebnahme der Windkraftanlagen sei demnach die Einhaltung der festgesetzten Richtwerte für die Nachtzeit messtechnisch durch die Genehmigungsbehörde, das Regierungspräsidium Darmstadt, zu überprüfen.
Dieses Recht auf Überprüfung sollte laut IG jeder betroffene Anwohner einfordern. Das Regierungspräsidium sollte dann auf Antrag Vorabmessungen vor Ort durchführen. Hierzu habe die IG einen Musterantrag für alle betroffenen Anwohner auf der Website hinterlegt.
Sollten die in der Genehmigung vorgeschriebenen Lärm-Richtwerte überschritten werden, könne dies zu lärmreduzierenden Maßnahmen an den Windkraftanlagen oder zu Abschaltzeiten in der Nacht führen. „Diese kostenfrei zustehenden Messungen sollten die betroffenen Bürger in Anspruch nehmen“, schreibt die IG, die dabei Unterstützung anbietet. dk

Bürger sollen Recht auf kostenlose Lärmmessung nutzen
Ein entsprechend modifizierter Antrag für die 9 Windräder in der Windfarm Wallroth sollte ebenfalls benutzt werden.
Antrag Schallmessungen an RP DA Muster.pdf (323.99KB)
Bürger sollen Recht auf kostenlose Lärmmessung nutzen
Ein entsprechend modifizierter Antrag für die 9 Windräder in der Windfarm Wallroth sollte ebenfalls benutzt werden.
Antrag Schallmessungen an RP DA Muster.pdf (323.99KB)





Naturschützer sind gegen neues Windkraftprojek

Ist die Energiewende wichtiger als der Schutz bedrohter Arten wie des Milans? Ein Projekt für Windkraftanlagen im Süden könnte zum Präzedenzfall werden.Es ist ein unauffälliges Schreiben, nur vier Sätze in Amtsdeutsch mit vielen Paragrafen. Und doch ist der Antrag des Energieversorgers EnBW ans Regierungspräsidium Stuttgart nach Meinung von Naturschützern brisant. "Hier kann ein halbes Jahrhundert Naturschutz zerstört werden", rügt Wolfgang Epple. "Ein Dammbruch droht", warnt Harry Neumann. "Das ist schon eklatant, was da passiert", schimpft Fritz Vahrenholt.


http://hd.welt.de/article157773151/


KN Bericht v. 18.08.2016

Stadt fordert Planänderung

 Turbo-Wind soll auf nächstgelegenes Windrad verzichten

Turbo-Wind bekommt immer mehr Gegenwind: Steinaus Bürgermeister Malte Jörg Uffeln (parteiunabhängig) fordert im Namen der Stadt von den Planern des Windparks bei Breitenbach sowie vom Regierungspräsidium, dass auf die Errichtung des Steinau am nächsten gelegenen Windrads verzichtet wird.

In der offiziellen Stellungnahme der Stadt Steinau zu den Windkraftplänen zwischen der Grimmstadt und Schlüchtern stellt sich Uffeln komplett auf die Seite von Radica Albrecht, Inhaberin der Brathähnchenfarm. Diese fürchtet um die Existenz ihres Unternehmens, sollten die Pläne wie vorgesehen umgesetzt werden. Wir berichteten in unserer Mittwochsausgabe darüber, dass sich Albrecht sowie deren Kollege Ralf Hoffmann von der Waldgaststätte Acisbrunnen gegen die Windparkpläne wehren. Auch auf diesen Artikel verweist Uffeln in seiner Stellungnahme.Bei 45 Dezibel sei bereits eine „entspannte Konversation“ sowie die Erholung und Entspannung von ruhesuchenden Gästen in gastronomischen Betrieben erheblich gefährdet, heißt es in der Stellungnahme unter Verweis auf ein Sachverständigengutachten. „Das ist für einen gastronomischen Betrieb existenzbedrohend“, schließt Uffeln daraus. Unter anderem sei damit zu rechnen, dass aufgrund der Geräuschentwicklung des zu nah stehenden Windrades Übernachtungsgäste ausbleiben könnten. Es sei zu befürchten, dass „der seit Generationen bestehende touristische Anziehungsort, bekannt in ganz Hessen und darüber hinaus, seine Attraktivität verliert“ und damit die Region „um eine wichtige Attraktion für erholungsuchende Menschen im Ballungsraum Rhein-Main und weit darüber hinaus ärmer wird“.Neben den Auswirkungen auf die touristische Attraktivität der Stadt verweist diese in ihrer Stellungnahme auf drohende Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft. „Fledermäuse, Vögel, Rehe, Wildschweine und weitere Tierarten werden durch die Windenergieanlage in ihrem angestammten Natur- und Lebensraum beeinträchtigt“, ist im von Uffeln unterzeichneten Schreiben zu lesen. Es sei zu befürchten, dass durch den Verlust von Habitaträumen für Vögel und Fledermäuse die dortigen Vogelpopulationen massiv beeinträchtigt und auf Dauer ausgerottet würden.Die „touristisch, geologisch und naturschutzrechtlich bedeutende Teufelshöhle“ bietet aktuell zahlreichen Fledermäusen Unterschlupf. „Ein zusätzliches Sachverständigengutachten zur Lärmbelastung von Mensch und Tier (...) müsste dazu nach hiesiger Sicht eingeholt werden“, schreibt Uffeln. Aufgrund dieser Einwände fordert der Bürgermeister, auf das weniger als 700 Meter von der Brathähnchenfarm entfernte Windrad zu verzichten – oder aber den Abstand auf mindestens 1000 Meter zum Unternehmen und noch größere Distanz zur Teufelshöhle zu erhöhen.

VON UNSEREM REDAKTIONSMITGLIED DANIEL KRENZER




Unternehmen bangen um Existenz

Brathähnchenfarm und Acisbrunnen wehren sich gegen Windkraftpläne

Zehn Windräder sollen zwischen Schlüchtern und Steinau nahe der Autobahn errichtet werden. Nun wehren sich zwei dem Areal benachbarte Unternehmen, das Hotel-Restaurant Brathähnchenfarm und die Waldgaststätte Acisbrunnen, gegen die Pläne.


VON UNSEREM REDAKTIONSMITGLIED DANIEL KRENZER

Die gemeinsame Erklärung der beiden Unternehmer Radica Albrecht und Ralf Hoffmann ist überschrieben mit den Worten „Wir wehren uns!!!“. Die in unmittelbarer Nachbarschaft – dies sind etwa 600 bis 700 Meter – geplanten Windkraftanlagen gefährdeten beide Unternehmen in ihrer Rolle als naturnahe Anziehungspunkte. Die Windräder führten zu „merkbaren Schallbelästigungen, Schattenwurf und einer Zerstörung dieser Naherholungsgebiete“, ist zu lesen. 1,8 Hektar Wald müssten laut der aktuellen Planungen dauerhaft weichen. „Der Wald bei uns ist so schön, das wäre furchtbar, wenn er zerstört werden würde“, beklagt Albrecht, Inhaberin der Brathähnchenfarm.
Die Unternehmer betonen, nicht generell gegen Windkraft zu sein. „Wir wehren uns nur gegen eine eklatante Überbeanspruchung des Bergwinkels für Anlagen solcher Art“, betont Hoffmann vom Acisbrunnen. „Windkraft ist wichtig. Sie muss jedoch mit Vernunft eingesetzt werden und darf historisch gewachsene Landschaften und Unternehmungen nicht vollends zerstören“, steht in der Erklärung geschrieben. Dies gelte besonders für die Region, die im Tourismus und der Naherholung ansonsten wenig zu bieten habe. „Wir können nicht zulassen, dass diese wenigen Orte durch eine Ballung von Windanlagen völlig an Reiz verlieren.“
Albrecht und Hoffmann berufen sich auf das Bundesnaturschutzgesetz und zitieren, dass dieses vorsehe, dass „Natur und Landschaft im besiedelten wie im unbesiedelten Bereich so zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln und soweit erforderlich wiederherzustellen sind, dass Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie Erholungswert auf Dauer gesichert sind“. Genau dagegen werde aber mit dem Errichten von Windkraftanlagen verstoßen.
Brathähnchenfarm und Acisbrunnen, die laut eigenen Angaben zusammen jährlich mehr als 200000 Besucher haben, sind die einzigen Gebäude, die sich laut Antragsunterlagen in einem Umkreis von 1000 Metern um die geplanten Windräder befinden. Dieser Kilometer Abstand wird bei der Planung von derartigen Anlagen gemeinhin gefordert, ohne jedoch verbindlich zu sein. Den geringsten Abstand hat Breitenbach mit 1040 Metern, es folgen Niederzell (1450), Schlüchtern (1500), Kressenbach (1600) und Steinau (2250). Vom Schattenwurf der Rotoren betroffen wäre neben dem Acisbrunnen noch ein Haus in Schlüchtern in der Straße „Auf der Röthe“.
Vorrangig die Bürger-Bewegung Bergwinkel (BBB) setzt sich aktuell mittels einer Unterschriftenaktion dafür ein, den Bau noch zu verhindern. Stellungnahmen und Widersprüche nimmt die Stadt Schlüchtern noch bis zum Ende des Monats entgegen. Zu berücksichtigen ist bei der Meinungsfindung aber auch, dass die Pacht für die Anlagen der Stadt mehrere Millionen Euro einbringen würde – was angesichts eines hohen Schuldenstandes durchaus hilfreich wäre. Darauf verweist unter anderem die CDU, die das Projekt laut des Fraktionsvorsitzenden Jürgen Heil „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ sieht. Für die Unternehmer an der nahegelegenen Brathähnchenfarm und dem Acisbrunnen ist die Sache aber klar, am Ende ihrer gemeinsamen Erklärung fordern sie: „Bitte helfen Sie uns, diese kleinen Paradiese zu erhalten.“

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